Kaufberatung & Tipps – Was sollte ich beim Kauf eines Dusch-WCs beachten?

Die Ansprüche an Toiletten sind in den letzten Jahrzehnten deutlich gewachsen. Während in früheren Zeiten WCs in Hinterhäuser oder gar in einen unbeheizten Verschlag im Garten verbannt wurden, sind sie heute in Bädern integriert, die von ihren Nutzern als Wohlfühlzonen betrachtet werden. Badezimmer sind nicht mehr ausschließlich ein Ort für die Reinigung, sondern spiegeln zunehmend einen modernen Lifestyle wider und dienen zugleich als Rückzugsraum in einer immer hektischeren Welt.
 
Bäder gewinnen zunehmend die Funktion eines Wellnessbereichs, in dem der Mensch sich gerne aufhält und den Anforderungen des Alltags entfliehen kann. Moderne Toiletten integrieren sich dabei in ein Gesamtkonzept und bieten immer mehr Funktionen, um den gestiegenen Erwartungen der Kunden gerecht zu werden. Während in Japan die hochtechnisierten WCs ohne Anleitung schwer zu benutzen sind, achten alle Hersteller in Europa darauf, dass die Bedienung und Nutzung unkompliziert und für jedermann möglich ist.

 

1. Schritt: Komplettanlage oder Aufsatz

Dusch-WCs sind auch als Duschtoiletten, Toiletten-Bidets oder japanische Toiletten bekannt. Das erste Modell entwickelte der Schweizer Hans Maurer bereits im Jahr 1956. Während in Japan heute 80 Prozent der Bevölkerung diese komfortablen Einrichtungen benutzt, finden diese in Europa und den USA erst allmählich eine weitere Verbreitung. WC-Duschen können Sie entweder als Komplett-WC oder als Aufsatz zum Nachrüsten erhalten. Die Grundausstattung besteht aus einer Gesäßdusche mit Sprüharm, der erst nach dem Spülen des Beckens für diese Funktion ausgefahren wird und das nötige Wasser aus dem vorhandenen Spülkasten bezieht. Die Reinigung dauert etwa 20 Sekunden und vermittelt vielen Menschen ein besonderes Gefühl der Sauberkeit.
 
Darüber hinaus erhöhen bei WC-Duschen ergonomische Sitze und Sitzheizungen den Komfort. Meist können Sie die Temperatur nach Ihren individuellen Bedürfnissen einstellen. Anspruchsvolle Ausführungen besitzen eine Nahbereichserkennung, welche die Heizfunktion bei Ihrer Annäherung automatisch aktiviert und anschließend wieder abstellt. Am Ende des Prozesses reinigen sich die Modelle automatisch und stehen dem nächsten Nutzer wieder sauber und keimfrei zur Verfügung.

Der elektrische Dusch-WC Aufsatz

Beim Aufsatz mit Bidetfunktion befinden sich alle technischen Einrichtungen im Sitz. Er lässt sich mit WC-Becken vieler Hersteller kombinieren und eignet sich sowohl für hängende als auch stehende Modelle. Der Aufsatz lässt sich ohne größeren Aufwand montieren: In der Regel können nach Entfernung der WC-Brille die vorhandenen Öffnungen zum Befestigen des Aufsatzes genutzt werden. Der Wasseranschluss erfolgt entweder vom Spülkasten oder vom Waschbecken aus. Einzige Voraussetzung: Eine Steckdose sollte sich in der Nähe befinden. Auf diese Weise besteht für Mieter die Möglichkeit, die Funktionen Ihrer Toilette zu erweitern, ohne dass sie dafür eine Einwilligung ihres Vermieters benötigen.

Duschtoilette als Anlage

Komplett-WCs bieten wesentlich mehr Funktionen. Es handelt sich überwiegend um Hänge-WCs. Neuere Modelle sehen eher schlicht aus und lassen sich von einfachen Toiletten kaum unterscheiden. Dies liegt daran, dass bei ihnen die Technik nicht im Sitz, sondern in der Keramik verbaut ist. Das minimalistische Design setzt sich im Innenbereich der Toilette fort, da der Duscharm in der Ruheposition nicht sichtbar ist. Die einfach zu bedienende Technik macht eine Nutzung für jedermann möglich. Eine besondere Bauart stellen Dusch-WCs ohne Strom dar, die lediglich an eine vorhandene Armatur angeschlossen werden. Das Wasser wird hier nicht mittels eines Durchlauferhitzers oder mittels eines kleinen Boilers im WC selber erwärmt, sondern dem vorhandenen Warmwasseranschluss entnommen. Der Wasserdruck entspricht dem Druck aus der Zuleitung und lässt sich von Ihnen nicht individuell regeln.

Installation und Montage

Die Nachrüstung mit einem Dusch-WC erfolgt idealerweise im Rahmen einer Badsanierung, da der Einzeleinbau handwerkliche Kenntnisse erfordert und mit Kosten von mehreren Hundert Euro verbunden ist. Zwischen den Produkten der einzelnen Herstellern gibt es erhebliche Unterschiede in Funktion und Preis. Die Bedienung erfolgt teilweise über seitlich angebrachte Drehknöpfe oder Armaturen. Komfortabler steuern Sie das Dusch-WC per Fernbedienung oder per App über Ihr Smartphone. Einige Hersteller bieten für diesen Zweck moderne Wandpaneele an. Diese kabellosen Steuerungsvorrichtungen können Sie problemlos an jedem gewünschten Ort anbringen.

 

2. Schritt: Funktionen und Features

Je nach Modell können Sie den Duscharm in Stufen oder stufenlos positionieren. Manche Hersteller bieten auch Arme an, die sich ständig in Bewegung befinden. Sie fahren erst zum Reinigen heraus. Nach Beendigung des Vorgangs findet eine automatische Selbstreinigung der Düse statt. Je nach Ausführung können Sie den Wasserdruck einstellen oder die Wassertemperatur regeln. Bei der Auswahl einer WC-Dusche sollten Sie darauf achten, dass der Wasserstrahl senkrecht nach oben verläuft – denn bei einem nach vorne geneigten Strahl ist nicht auszuschließen, dass Keime in den weiblichen Intimbereich gelangen. Eine zusätzliche Massagefunktion bieten Duscharme mit einem pulsierenden Strahl. Im Handel erhalten Sie auch Modelle mit zwei Duscharmen für die Reinigung verschiedener Intimbereiche. In vielen Fällen tritt nach erfolgter Reinigung ein integrierter Warmluftföhn in Aktion. Für den Trockenvorgang sollten Sie etwa 1 ½ – 2 Minuten veranschlagen.

Der Toilettendeckel besitzt in der Regel eine Absenkautomatik mit eingebauten Dämpfern. Zur Ausstattung der hochwertigeren Modelle gehören Deckel, die sich berührungslos und sensorgesteuert öffnen und schließen. Alternativ können Sie dies auch per Fernbedienung oder Smartphone-App vornehmen. Manche WC-Sitze bieten überdies den Vorteil, dass sie sich zur besseren Reinigung mit einem Griff abnehmen lassen. Zudem erleichtert dir spülrandlose Bauart vieler WCs die Säuberung, da es hier keine Winkel oder Ecken gibt, in denen sich Ablagerungen bilden könnten.

Die Hersteller der Dusch-WCs stehen in Konkurrenz zueinander und sind bemüht, ihre Modelle ständig weiterzuentwickeln und durch neue Komfortfunktionen zu erweitern. Hierzu zählen beispielsweise programmierbare Benutzerprofile, mit denen jeder Nutzer sein individuelle Programm einstellen kann. Die Intensität des Duschstrahls und die Temperatur des Sitzes und des Warmluftföhns stellen Sie anfangs auf niedrigster Stufe ein und regeln die Werte anschließend schrittweise nach oben – ganz nach Ihren persönlichen Bedürfnissen. Weitere Entwicklungen der letzten Jahre:

  • Antibakterielle Keramikglasuren oder schmutzabweisende Beschichtungen (Lotus-Effekt)
  • Nachtlicht, teilweise mit Bewegungssensor, einstellbarer Farbe und Helligkeit
  • Geruchsabsaugung oder Deodorizer
  • Bekämpfung von Bakterien durch ein UV-Licht im Deckel
  • Automatische Urin-Analyse

Zu den Neuerungen zählt zudem eine Sprühfunktion, die das Toilettenbecken vor der Nutzung mit einem Feuchtigkeitsfilm einnebelt, um das Festsetzen von Schmutz oder Keimen zusätzlich zu erschweren. Auch wenn sich langfristig nicht jede neue Funktion am Markt durchsetzt, verdeutlicht die Kreativität der Hersteller bei der Weiterentwicklung Ihrer Produkte den fortschreitenden technischen Wandel, der den Vormarsch der Dusch-WCs in unseren Bädern weiter beschleunigen wird.

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